01 Blau und weiß ein Leben lang …

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Blau und weiß ein Leben lang…

Ich bin Schalker. Und das nun schon seit den frühen 70ern. Als Schalkefan hat man es nicht leicht. Man muss leidensfähig sein. Die schönen Momente halten sich die Waage mit den bitteren Erlebnissen.

Aber würde ein Schalker mit den Fans eines anderen Vereins tauschen wollen?

NIEMALS !

Nee, ich war noch nicht Meister mit den Blauen, ich hatte auch noch nicht das Glück in der Zeitung zu lesen: „Schalke ist schuldenfrei!“,

und natürlich habe ich mich auch schon über das „Söldnertum im Profifußball“ geärgert. Aber Schalkefan wird man nicht wegen der Sucht nach Erfolgen, sondern wegen der Faszination Schalke. Es ist diese bedingungslose Leidenschaft für den Club, für die Region, für die Menschen hier. Schalker halten zusammen, Schalker stehen mit 104%iger Leidenschaft hinter ihrem Club. Wer einmal diesen Virus inhaliert hat, der wird ihn nicht mehr los. Das Königsblau wird zur Herzensangelegenheit. Schalker wechseln ihre Leidenschaft nicht, es gibt keine Teilzeit-Schalker. Blau-und Weiß gibt es nur als Fulltime-Job.

„Blau und Weiß, ein Leben lang….“ – besser kann man es nicht zusammenfassen.

Dieses Lebens-Gefühl gibt es in München, Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg etc. nicht. Die Anhänger solcher Fußballclubs kann man mit Schalkefans gar nicht vergleichen. Viele rennen den Vereinen mit den meisten Erfolgen hinterher und packen ihre Fan-Klamotten sofort weg, wenn es mal nicht so rund läuft. Diese Leute werden dass wahnsinnige Gefühlsleben eines Schalkers nie begreifen. Das Stadion-Publikum dort besucht ein Event während einer Städtereise. Im Ruhrpott aber wird der Fußball gelebt. Selbst unsere uringelben Nachbarn sind mir da noch lieber, da sie, genau wie wir, den Fußball mit Leidenschaft erleben. Was allerdings nichts daran ändert, dass es nichts Schöneres gibt, als die Zecken zu schlagen.

Mich packte der königsblaue Virus irgendwann in den frühen 70ern. Mit meinem Fußballverein, der SG Langenbochum, ging es zu einem Spiel auf Schalke im neuen Parkstadion. Es war mein erster Besuch in der großen Welt des Fußballs. Bisher kannte man das alles nur aus der Sportschau, die man immer Samstags mit Papa zusammen geguckt hat. Unsere Jugendmannschaft war begeistert, das wollten wir öfter erleben. Fortan fuhren wir mit dem Fahrrad von Herten nach Gelsenkirchen, krochen unter Zäunen durch, hangelten uns in den Graben runter und kletterten im anderen Block wieder raus. Wir erlebten die Ära von Norbert Nigbur, Klaus Fichtel, Klaus Fischer, Aki Lütkebohmert, Rolf Rüssmann und den Kremers-Zwillingen live mit. Schalke war ein Teil meines Lebens geworden. Haben die Blauen verloren, war das Wochenende gelaufen. Das hat sich bis heute übrigens nicht geändert.

Natürlich sind wir auch in die Glückauf-Kampfbahn geradelt, um nach einer Trainingseinheit der Profis Autogramme zu ergattern. Bei einem dieser Versuche hätte ich fast erheblichen gesundheitlichen Schaden erlitten. Wir waren zu Dritt beim Training, ich hatte meine neue, tolle sehr bunte „Papierjacke“ an. Was leider keinem aufgefallen war und wir erst in GE von einigen Hardcore-Schalkern mitgeteilt bekommen haben, war das kreisrunde Logo vorne rechts auf meiner Jacke. Da stand doch tatsächlich um den Löwenkopf herum der Name des auch damals schon ungeliebten Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid.

In letzter Sekunde gelang uns die Flucht. Wir waren mit unseren Rädern schneller als der Mob. Die Jacke fristete fortan ein tristes Dasein in der hintersten Ecke meines Kinderzimmer-Kleiderschranks.

Im Laufe der Jahre haben wir natürlich alle bitteren Momente der Blauen durchlebt. Die Abstiege in den Achtzigern, die ständige Angst vor der Vereinspleite, die Notverkäufe von Wolfram Wuttke und Rolf Rüßmann, den Beinbruch von Klaus Fischer etc. Insbesondere mit dem Beginn meiner Berufsausbildung in Bochum, direkt vor dem Eingang des Ruhrstadions an der Castroper Straße, begann eine harte Zeit. Umgeben von VfL-Anhängern war ich der Einzige, der seine Stube in königsblau geflaggt hatte. Umso bitterer waren die 0:6 und 2:5 Klatschen gegen Bochum in dieser Zeit. Solche Phasen prägen einen Schalker …

Natürlich haben wir auch die schönen Momente genossen. Die unbeschreibliche Nacht von Mailand, als wir mit vier Personen auf meiner Sitzschale gestanden und gezittert haben, die Aufstiegsfeiern im Parkstadion, die Pokalsiege in Berlin.

Ach ja, im Jahr 2001 war ich übrigens deutlich länger als die genannten 4 Minuten Deutscher Meister. Ich gelangte nach dem 5:3 gegen Unterhaching von der Gegengerade direkt aufs Spielfeld und rollte siegestrunken durch den Mittelkreis. Leider gehörte ich zu den Wenigen, die keinen Blick für die Anzeigetafel frei hatten. So bemerkte ich die hässlichste aller Bundesliga-Nachspielzeiten leider erst erheblich später. Immerhin habe ich das Gefühl der Meisterschaft dadurch deutlich länger genießen dürfen.

Insgesamt kann man von einem normalen Schalker Leben in der ständigen Achterbahnfahrt der Gefühle sprechen.

Und ich möchte keine Sekunde missen, datt ist Schalke…

Chris


Blue and white for a life…

I am Schalker since the early 70s. And as Schalkefan you not dont have it easy. You must be capable of suffering,the beautiful moments are balanced with the bitter experiences.

But would a Schalker want to swop with the fans of other teams? NO WAY !Nah, I havent seem a league title yet with the Blues also I had not yet read the headline in the newspaper: „Schalke is debt free!“and of course I’ve been also annoyed about the „mercenaries in professional football.“ But you dont become a Schalke fan because of the addiction to success, but because of the fascination towards Schalke. It is this unconditional passion for the club, for the region, for the people here. Schalke holds together, Schalker are with 104% sulfuric passion behind their club. Anyone who has inhaled the virus will no longer be able to get rid of it. The Royal Blues are an affair of the heart. Schalker dont change their passion there is no part-time Schalke. Blue and white is only available as full-time job.

„Blue and White, for life ….“ cant say it any better than this

This life long feeling does not exist in Munich, Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg etc.. The fans of these football clubs can not be compared with Schalke fans. Many support these clubs because they are glory hunters and as soon as things dont run smoothly they pack their fan utilities away and stop the support. These people will never understand that insane feeling of Schalke. The stadium audience was visiting an event during a city break. In the Ruhrgebiet football is lived. i even prefer our urine yellow soaked neighbors compared to those as they are like us, football with passion. What, however,has not change is the fact that there is nothing better than to beat the ticks.

I got the royal blue virus sometime in the early 70s. With my football club, the SG Langenbochum, I went to a game at Schalke in the new Stadion. It was my first visit to the great world of football. Previously I just watched all the sports shows on tv every Saturday with my Dad together. Our youth team was so thrilled that we wanted to experience more of this. Henceforth we biked from Herten to Gelsenkirchen, crawling under fences , dangled down into the ditch and climbed in a different block out again. We experienced the era of Norbert Nigbur, Klaus Fichtel, Klaus Fischer, Aki Lütkebohmert, Rolf Rüssmann and the Kremers twins live. Schalke had become a part of my life. Have the Blues lost, the weekend was over. That has not changed until today.
Of course, we cycled into the Glückaufkampfbahn to get some autographs after a training session of the professionals. In one of these trips I had suffered nearly significant health damage. There were three in a pub, I wore my new, great very colorful „Paper Jacket“ and unfortunately we havent noticed anything until we were made aware of the logo (the circular logo was front right on my jacket) by some hardcore Schalke Fans, . Because it actually was a lion heads with the name of the then already unloved neighbours from near Lüdenscheid.

At last minute we managed to escape. We were faster than the mob on our bikes.The jacket lives out a miserable existence from now on in the back corner of my children’s wardrobe.

Over the years, we of course gone went through bitter moments with the Blues. The descents in the eighties, the constant fear of the club being broke the fire sales of Wolfram Wuttke and Rolf Rüßmann, the fracture of Klaus Fischer, etc. In particular at the start of my professional training/collage in Bochum, just outside the entrance of the Ruhr stadium at the Castroper road began a hard time. Surrounded by VfL supporters I was the only one who had a schalke flag his room. More bitter were the 0: 6 and 2: 5 losses against Bochum at this time. Such phases characterize a Schalke …

Of course, we also enjoyed the beautiful moments. The indescribable night of Milan, as we stood and trembled with four people on my seat, promotion celebrations in the Park Stadium, Cup wins in Berlin.

Oh yes, in 2001 I was actually significantly longer than the mentioned four minutes German champion. I arrived after the 5: 3 against Unterhaching from the backstretch directly onto the field, rolling drunk with victory by the center circle. Unfortunately, I was among the few who did not look on the display board. So I noticed the ugliest of all Bundesliga stoppage times unfortunately only much later. After all, I may thus enjoy the feeling of the Championship much longer.
Overall, one can speak of a normal Schalke live in constant roller coaster ride of emotions.

And I dont want to miss a single second, Datt has Schalke …
Chris

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